Growth Mindset: Mann klebt Post-its an Scheibe

Growth Mindset: Mit diesen 6 Tipps stärken Sie Ihr Team

Jeder von uns hat im Job schon einmal einen Misserfolg erlebt. Wie gehen Sie damit um? Begreifen Sie einen Fehler als Scheitern? Oder verstehen Sie ihn als Chance, zu lernen und es beim nächsten Mal besser zu machen? Dann verfügen Sie vermutlich über ein sogenanntes „Growth Mindset“. In unserem Artikel erfahren Sie, wie diese Haltung Ihnen dabei hilft, sich persönlich weiterzuentwickeln, die Zusammenarbeit in Ihrem Team zu verbessern und bessere Ergebnisse für Ihr Unternehmen zu erzielen.

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Definition: Was ist ein „Growth Mindset“?

Unser Verhalten wird maßgeblich durch unsere Denkweise und Haltung (englisch „Mindset“) beeinflusst. Die US-amerikanische Psychologin Carol Dweck hat herausgefunden, dass das Mindset“ eines Menschen einen starken Einfluss auf seine Leistungsfähigkeit hat. Die Wissenschaftlerin unterscheidet dabei zwischen zwei Arten von Mindset: Fixed und Growth Mindset.

Menschen mit einem „Growth Mindset“ (im Deutschen auch als dynamisches Selbstbild oder Wachstumsdenken bezeichnet) sind davon überzeugt, dass sie Ihre Fähigkeiten und Stärken weiterentwickeln können. Sie glauben, dass sie mit Anstrengung, Einsatz und Arbeit, ihre Ziele erreichen und aus Erfahrungen klüger werden. Fehler begreifen sie nicht als Scheitern, sondern als Möglichkeit zu lernen. Sie ziehen Schlüsse aus den Misserfolgen und leiten daraus Hinweise ab, wie sie es beim nächsten Versuch besser machen. Herausforderungen und Probleme gehen sie optimistisch an: Sie denken nicht „Das wird doch eh nix“, sondern „Ich schaffe das!“. Menschen mit „Growth Mindset“ entwickeln laut Carol Dweck eine „Leidenschaft fürs Lernen“.

Ich bin nicht gescheitert. Ich habe 10.000 Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.

Thomas Alva Edison (1847-1931)
US-amerikanischer Erfinder und Unternehmer

Growth Mindset vs. Fixed Mindset

Im Gegensatz zum Growth Mindset bezeichnet das Fixed Mindset ein statisches Selbstbild. Menschen mit einem Fixed Mindset sind der Überzeugung, dass Intelligenz, Talent und Fähigkeiten angeboren und nicht veränderbar sind. Fehler oder Versagen werden auf mangelndes Talent zurückgeführt. Typische Aussagen von Menschen mit Fixed Mindset sind etwa „Mathe kann ich einfach nicht“ oder „in Sport bin ich echt eine Null“. Ihr Denken und Handeln sind darauf ausgerichtet, Fehler zu vermeiden. Menschen mit Fixed Mindset haben Angst davor, im Falle eines Scheiterns als Verlierer*in zu gelten. Sie befürchten, dass andere Menschen dann schlecht über sie denken.

Carol Dweck illustriert den Unterschied zwischen Growth und Fixed Mindset mit dem Wörtchen „noch“. Während Menschen mit Fixed Mindset vor bestimmten Herausforderungen sagen „das kann ich nicht“, denken Menschen mit Growth Mindset „das kann ich NOCH nicht.“

Woran erkennt man ein Growth Mindset?

Carol Dweck hat ihre Studien bei Schüler*innen und Studierenden durchgeführt. Ihre Erkenntnisse lassen sich aber ebenfalls gut auf das Berufsleben übertragen. Wir alle sind tagtäglich mit Situationen konfrontiert, in denen sich unsere Denkweise offenbart. Menschen mit Growth Mindset lassen sich von Rückschlägen nicht entmutigen und verzweifeln nicht vor schwierigen Situationen. Sie lernen aus Fehlern und glauben, dass sie ihre Lebensumstände beeinflussen und ihr Verhalten ändern können.

Growth Mindset: Beispiele

Zur Veranschaulichung haben wir hier einige Beispiele gesammelt, die zeigen, wie ein Growth Mindset wirkt:

  • Sie bewerben sich auf eine Stelle und erhalten eine Absage: Anstatt dem Unternehmen die Schuld zu geben oder die Absage zu verdrängen, bitten Sie um Feedback. Warum habe ich die Stelle nicht bekommen? Was kann ich beim nächsten Mal besser machen? Sie nehmen die Rückmeldung ernst und arbeiten an Ihrer Selbstpräsentation, bevor Sie die nächste Bewerbung einreichen.
  • Bei einem Vortrag sind Sie sehr nervös, sie verhaspeln sich oder müssen den Vortrag sogar abbrechen: Eine unangenehme Erfahrung. Sie sehen sich aber nicht als Versager*in. Sie glauben auch nicht, dass Ihnen das Talent fehlt, Vorträge zu halten. Vielmehr bewerten und reflektieren Sie die Situation: Sie suchen nach Gründen für Ihr Verhalten und lernen Taktiken, mit dem Stress und der Nervosität umzugehen. Sie bleiben dran und versuchen es erneut.
  • Sie geraten in finanzielle Schwierigkeiten: Sie sagen nicht: „Ich bin einfach nicht gut im Umgang mit Geld. Das war schon immer so und lässt sich nicht ändern.“ Stattdessen bitten Sie Freunde um Rat, informieren sich und bilden sich weiter. Sie nehmen das Problem in die Hand und versuchen es zu lösen.

Wie kann ich ein Growth Mindset entwickeln?

Die Zuschreibungen „Growth“ oder „Fixed Mindset“ sind nicht festgezurrt, sondern kontext- oder situationsbedingt. Der gleiche Mensch kann in unterschiedlichen Situationen mit unterschiedlichen Denkweisen reagieren. Das Mindset ist nicht angeboren. Es ist also möglich, ein Growth Mindset zu entwickeln. Umgekehrt gibt es aber auch Situationen oder Faktoren, die ein Fixed Mindset verursachen oder verstärken.

Carol Dweck gibt zu, dass sie lange Zeit selbst mit einem Fixed Mindset gelebt habe. Auch heutzutage würde sich dieses in bestimmten Situationen noch melden. Das sei nicht unüblich und bei den meisten Menschen ähnlich. Das Konzept des Growth Mindset bedeute auch nicht, dass jeder alles erreichen könne. Ohne ein gewisses Talent und die körperlichen Voraussetzungen fehlen uns Eigenschaften, um beispielsweise Profifußballer*in zu werden. Andererseits: Ohne Ehrgeiz, Training, Lernbereitschaft und Willen wird selbst aus dem größten Talent kein neuer Lionel Messi. Ein Growth Mindset ist dementsprechend ein wichtiges Hilfsmittel, seine Ziele zu erreichen.

Das kann ich NOCH nicht.

Mensch mit Growth Mindset

Diese Einsicht, etwas “NOCH nicht zu können”, ist quasi die Grundvoraussetzung, ein Growth Mindset zu entwickeln. Das Wort „noch“ konzentriert sich nicht auf das Ergebnis, sondern auf das Potenzial. Es gibt uns die Möglichkeit, herauszufinden, was in uns steckt und was wir mit Übung, Lernbereitschaft und Arbeit erreichen können.

6 Tipps: So fördern Sie ein Growth Mindset

Genauso wie es Auslöser für ein Fixed Mindset gibt, lässt sich ein Growth Mindset fördern. Ein erster Schritt hierzu ist es, sich der unterschiedlichen Denkweisen bewusst zu werden. Beobachten Sie sich selbst und analysieren Sie, wie Sie auf bestimmte Situationen reagieren: Schrecken Sie vor schwierigen Situationen zurück, weil Sie Angst haben, zu versagen? Fühlen Sie sich nach einem Fehler als Verlierer*in? Dann spricht in diesen Fällen das Fixed Mindset zu Ihnen. Wenn es Ihnen zuruft „das schaffst du nie!“, hören Sie nicht darauf und deuten Sie es um: Ich schaffe das auf jeden Fall!

Diese Tipps können Ihnen dabei helfen, Ihr Growth Mindset zu fördern:

  1. Denken Sie positiv: Negative Glaubenssätze stehen einem Erfolg oft im Weg. Wenn Sie von Anfang an nicht an einen Erfolg glauben, ist es auch unwahrscheinlich, dass Sie Ihr Ziel erreichen. Streichen Sie also Wörter wie „nie“ oder „nicht“. Denken Sie „Ich schaffe das“ anstatt „das klappt sowieso nicht“.
  2. Lernen Sie aus der Vergangenheit und wechseln Sie die Perspektive: Jeder von uns hat in seinem Leben negative Erlebnisse zu verarbeiten. Eine Kündigung oder eine verbockte Prüfung können einem ganz schön zusetzen. Doch anstatt zu verzweifeln und sich als Versager*in zu fühlen, wechseln Sie die Perspektive: Was können Sie aus der Situation lernen und wie können Sie daran wachsen?
  3. Beweisen Sie Mut und nehmen Sie neue Herausforderungen an: Menschen mit Fixed Mindset verlassen selten ihre Komfortzone. Eine persönliche Weiterentwicklung ist so schwer möglich. Probieren Sie Dinge aus, die Sie bisher noch nicht gemacht haben und lernen Sie daraus: Ihnen wurde die Moderation eines unternehmensinternen Workshops angeboten? Sie haben so etwas noch nie gemacht? Prima. Stellen Sie sich der Herausforderung und nehmen Sie sie an. Das erfordert Mut – aber nur so können Sie neue Erfahrungen sammeln und weiterkommen.
  4. Akzeptieren Sie Fehler und Rückschläge: Eine neue Herausforderung birgt die Gefahr, Fehler zu begehen und Rückschläge zu erleben. Das ist auch der Grund, warum sich Menschen mit Fixed Mindset nicht daran versuchen: Aus Angst zu scheitern und als „nicht fähig“ oder „dumm“ zu gelten. Menschen mit Growth Mindset wissen: Fehler passieren, Scheitern gehört zum (Arbeits-)Leben dazu. Haben Sie keine Angst vor Fehlern. Verbuchen Sie die Erfahrung als Lernerfolg und ziehen Sie die richtigen Schlüsse daraus.
  5. Seien Sie beharrlich: Der Wechsel des Mindsets passiert nicht von heute auf morgen. Viele Glaubenssätze und Denkweisen haben sich in unserem Kopf festgesetzt. Es erfordert Disziplin, Beharrlichkeit und Arbeit, dies zu ändern. Bleiben Sie am Ball und versuchen Sie jederzeit die vier vorherigen Tipps zu beherzigen.
  6. Orientieren Sie sich an Vorbildern: Viele Persönlichkeiten aus Geschichte und Gegenwart beweisen, dass man viel erreichen kann, wenn man sich anstrengt und nicht aufgibt. Denken Sie beispielsweise an Bill Gates: In den 1970er Jahren gründete er mit einem Schulfreund die Firma „Traf-o-Data“, der kein Erfolg beschieden war. Hat er aufgegeben? Nein, er hat die Erfahrungen genutzt und mit Microsoft eines der größten Unternehmen der Welt entwickelt. Oder an Steve Jobs: 1985 verließ der Computer-Pionier Apple im Streit. Mit seiner neuen Firma Next konnte er keine nennenswerten unternehmerischen Erfolge verbuchen. Erst Mitte der 1990er Jahre kehrte er zu Apple zurück und bescherte der Welt bahnbrechende Erfindungen wie den iPod oder das iPhone. Lassen Sie sich von solchen Persönlichkeiten inspirieren und lernen Sie aus ihren Biografien: Oft führen erst diverse Rückschläge zum Erfolg.
Growth Mindset: Vortrag von Nils an der Hochschule
Stellen Sie sich neuen Herausforderungen wie z. B. einem Vortrag vor großem Publikum.
Stellen Sie sich neuen Herausforderungen wie z. B. einem Vortrag vor großem Publikum.

Wie ein Growth Mindset Teams stärkt und Unternehmen erfolgreicher macht 

Die Probleme und Herausforderungen des 21. Jahrhunderts können nicht mit Mitteln des 20. Jahrhunderts bewältigt werden. Im Zeitalter der Digitalisierung steigt die Innovationsgeschwindigkeit rasant. Für Unternehmen erfordert das die ständige Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Das Marktumfeld ist im stetigen Wandel, zukünftige Marktentwicklungen sind nicht vorhersehbar. Das Umfeld der Unternehmen besteht aus vielen unbekannten Elementen. Informationen sind jederzeit und überall verfügbar, in vielen Fällen aber nicht eindeutig auslegbar. Expert*innen haben für diese neue Situation den Begriff VUCA-Welt geprägt. VUCA steht für Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity.

Ob digitale oder agile Transformation – auch die Arbeitswelt verändert sich grundlegend: Die sich ändernde Umwelt hat einen immensen Einfluss auf die Unternehmensorganisation. Neue Technologien, Wettbewerber und Kundenbedürfnisse fordern klassisch strukturierte Organisationen heraus. Mit der althergebrachten „Kommando-und-Kontrolle“-Führung wird es schwierig, auf diese neuen Anforderungen zu reagieren und mit den Veränderungen in ihrem Markt Schritt zu halten.

Die Vorteile selbstorganisierter Teams

Viele Unternehmen haben sich aus diesem Grund agilen Arbeitsweisen zugewandt. Ein zentrales Element der Agilität ist das Konzept der selbstorganisierten Teams, die kollaborativ zusammenarbeiten. In diesen crossfunktional organisierten Gruppen werden Entscheidungen nicht von einer Führungskraft, sondern von den Expert*innen im Team getroffen. Das agile, selbstorganisierte Team übernimmt die Ende-zu-Ende-Verantwortung für sein Produkt oder seine Dienstleistung. Diese Arbeitsweise bietet zwei entscheidende Vorteile:

Ein guter Mitarbeiter trifft in 70 Prozent aller Fälle dieselben Entscheidungen wie sein Chef. In 20 Prozent fällt er bessere Entscheidungen, weil er von der Sache mehr Ahnung hat. Und in 10 Prozent liegt er daneben.

Daniel Ek
Gründer und Vorstandsvorsitzender von Spotify

In selbstorganisierten Teams werden nicht „Befehle von oben“ befolgt, wie dies in klassisch organisierten Einheiten der Fall ist. Aus diesem Grund spielt hier das Konzept des Growth Mindsets eine wichtige Rolle: Durch ständiges Dazulernen hilft es den Teams, die Ergebnisse zu verbessern und die Zusammenarbeit zu stärken. Ein Growth Mindset fördert die Eigenverantwortung sowie das Engagement der Teammitglieder und stärkt somit das Unternehmen.

Growth Mindset und agile Mindset

Das richtige Mindset spielt bei der Agilität eines Unternehmens eine zentrale Rolle: Das „agile Mindset“ ist Voraussetzung dafür, dass agile Arbeit erfolgreich ist. Unter einem agilen Mindset versteht man die Glaubenssätze, Sichtweisen und Meinungen, die agile Werte und Verhalten befördern. Kurz zusammengefasst: Menschen mit agilem Mindset streben nach einer sinnvollen Tätigkeit, die der Gesellschaft dient. Sie begreifen ihren Beruf als Berufung und arbeiten engagiert und leidenschaftlich an Ihren Aufgaben. Bei ihren Überlegungen haben sie stets die Nutzer*innen ihres Produkts im Blick. Sie glauben daran, dass sie immer und ständig dazulernen können, um ihre Ziele zu erreichen.

Als Agile Coach den Kulturwandel vorantreiben

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Mehr zur Agile Coach Ausbildung
Agile Coaches sorgen für mehr Kommunikation zwischen Interessensgruppen

Angesichts dieser Betrachtungen wird klar, dass bei der Agilität auch das Selbstbild der beteiligten Personen entscheidend ist. Und hier kommt das Growth Mindset ins Spiel. Für agil arbeitende Menschen ist es wichtig, ein Growth Mindset zu haben: Sie hinterfragen ständig und alles, begrüßen Veränderungen und akzeptieren, dass Fehler zum Lernen dazugehören. Growth Mindset ist eines von vier zentralen Haltungsfeldern des Agile Mindsets.

Die Denkweise ist auch für agile Führungskräfte entscheidend: Sie lassen Fehler zu, weil sie wissen, dass sie notwendig sind, um Wissen aufzubauen oder zu erweitern.

Bei der Führung eines Unternehmens geht es nicht darum, Risiken einzudämmen oder Fehlschläge zu verhindern. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, das widerstandsfähig genug ist, um sich Risiken zu stellen und unvermeidbaren Fehlleistungen standzuhalten.

Eric Schmidt/Jonathan Rosenberg
aus dem Buch ``Wie Google tickt``

Growth Mindset: 6 Tipps, wie Sie das volle Potenzial Ihres Teams entfalten 

Führungskräfte mit Growth Mindset glauben an die Lernfähigkeit und Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeitenden. Um ihre Teams zu stärken, ist es deswegen wichtig, dass sie vorangehen und diese Denkweise vorleben. Das heißt: Sie schaffen eine Kultur des ständigen Dazulernens. Fehler werden nicht bestraft, Misserfolge werden als Chance begriffen, sich weiterzuentwickeln und es besser zu machen. Mitarbeitende werden ermutigt, eigenständig Lösungen zu erarbeiten. Der Weg zur Lösung wird nicht von der Führungskraft vorgegeben. So entstehen bessere Arbeitsergebnisse.

Im Gegensatz dazu werden in einem „Fixed-Mindset-Klima“ Fehler nicht thematisiert bzw. „Schuldige“ für einen Misserfolg gesucht. Führungskräfte mit Fixed Mindset halten ihre Mitarbeitende für „Erfüllungsgehilfen“, die von ihnen diktierte Aufgaben bearbeiten sollen. Weiterentwicklung wird so verhindert – und der Unternehmenserfolg gefährdet.

Wir haben 6 Tipps für Sie, wie Sie eine „Growth-Mindset-Kultur“ in Ihrem Unternehmen und Teams schaffen.

  1. Schaffen Sie eine „Lernatmosphäre“ und fördern Sie die persönliche Entwicklung Ihrer Mitarbeitenden: Nur wer ständig dazulernt, kann sich weiterentwickeln. Das ist der Kerngedanke von Growth Mindset. Mit Ausdauer, Zeit, Hartnäckigkeit und Arbeit können Ihre Mitarbeitenden alles lernen, was sie für die Bewältigung ihrer Aufgaben benötigen. Fördern Sie dies und investieren sie in die Weiterbildung ihrer Teammitglieder. Sie werden es ihnen danken mit höherer Motivation, stärkerer Bindung ans Unternehmen – und besseren Ergebnissen. Machen Sie beispielsweise regelmäßig Retrospektiven, um die Zusammenarbeit im Team zu verbessern. Oder analysieren Sie in Post-Mortem-Meetings, warum ein Produkt oder Projekt gescheitert ist. Seit einiger Zeit hat sich das Format der Fuckup Nights etabliert: Unternehmer*innen und Mitarbeitende berichten vor Publikum über gescheiterte Projekte, Fehler und den daraus gewonnenen Erkenntnissen. Ein bekanntes Beispiel sind die OTTO Fuckup Nights.
  2. Etablieren Sie eine gesunde Fehlerkultur: Wo gehobelt wird, fallen Späne. Und wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Sprechen Sie offen über Fehlschläge und ziehen Sie die richtigen Schlüsse. Ein Teammitglied ist an einer Aufgabe gescheitert? Anstatt diese beim nächsten Mal jemand anderem zu übertragen und damit quasi zu sagen „Das kannst du nicht!“, sprechen Sie mit dem Kollegen. Vermitteln Sie ihm „Das kannst du NOCH nicht, wie kann ich dir helfen, es zu schaffen?“. Braucht er vielleicht eine Fortbildung oder Unterstützung? So können Ihre Teammitglieder aus Misserfolgen lernen und damit das gesamte Team stärken. Nutzen Sie hierfür z. B. Celebration Grids, um Maßnahmen oder auch die Verhaltensmuster Ihres Teams zu reflektieren.
  3. Stellen Sie Ihr Team vor neue Herausforderungen: Die oben beschriebene VUCA-Welt hält für Unternehmen ständigen Wandel bereit. Das bedeutet auch für Ihre Teams, dass sie nicht dauerhaft die gleichen Aufgaben bewältigen, sondern regelmäßig vor neue Herausforderungen gestellt werden. Verlassen Sie mit Ihren Teams die Komfortzone und verschieben Sie die Grenzen des Machbaren: Fordern Sie Ihr Team in der täglichen Arbeit heraus – so entwickeln sich alle Teammitglieder ständig weiter und wappnen sich auch für ungeahnte Veränderungen. Als Hilfsmittel bietet sich etwa das sogenannte Pairing an. Teammitglieder bearbeiten gemeinsam eine Aufgabe, erfahrene Kolleg*innen vermitteln ihr Wissen so “on the job” .
  4. Bauen Sie auf Feedback und lassen Sie Kritik zu: In einer Dialog-Kultur ist Feedback in alle Richtungen möglich – nicht nur von oben nach unten, wie es in klassisch organisierten Unternehmen üblich ist. Auch die Führungskraft sollte empfänglich für Feedback sein, nur so kann eine „Growth-Mindset-Kultur“ etabliert werden. Welches Signal senden Sie an Ihre Mitarbeitenden, wenn Sie fleißig Feedback geben und kritisieren, sich gleichzeitig aber als unbelehrbar geben? Eine gesunde Feedbackkultur legt den Fokus auf Lernen und Weiterentwickeln und nicht auf Beurteilung und Konsequenzen. Auch eine (gutgemeinte) Kritik ist dazu da, Kolleg*innen in ihrer Entwicklung zu stärken. Häufige Schwierigkeit: Viele Menschen wissen nicht, wie sie kritisieren sollen ohne persönlich zu werden. Hier helfen Techniken wie beispielsweise Gewaltfreie Kommunikation oder Radical Candor. Feedback nehmen heißt: aktiv zuhören, Fragen stellen und versuchen, die Sachebene (Beobachtung/Aussagen) von der Bewertungsebene (Interpretation/Unterstellungen) zu trennen.
  5. Stellen Sie Fragen: Ermutigen Sie Ihr Team „dumme Fragen“ zu stellen. In Organisationen mit Fixed-Mindset-Kultur trauen sich Mitarbeitende dies häufig nicht, um nicht negativ aufzufallen. Wenn Sie ein Wachstumsdenken etablieren möchten, sollten Sie Ihre Kolleg*innen dazu ermutigen, ständig alles infrage zu stellen – seien es Prozesse, Methoden oder bestimmte Arbeitsweisen. So kommen Sie von „das haben wir schon immer so gemacht“ zu der Überlegung „wie können wir es denn besser machen?“  Der Effekt: Sie schöpfen das Potenzial Ihres Teams voll aus und befähigen Ihre Mitarbeitenden, effektiver zu arbeiten.
  6. Loben Sie – aber anders: Jeder freut sich über Lob. Die Art und Weise des Lobs hat aber auch einen nicht zu unterschätzenden Effekt auf das Mindset. Carol Dweck hat bei ihren Studien beobachtet, dass Kinder, die für „das Ergebnis des Lernens“ gelobt werden, eher ein Fixed Mindset entwickeln als Kinder, die für den „Prozess des Lernens“ gelobt werden. Hört ein Kind beispielsweise „Das hast du aber schnell gelernt, du bist ja sehr schlau“, hört es auch „wenn ich mal etwas nicht schnell lerne, bin ich nicht schlau“. Das führe dazu, dass solche Kinder bei kniffligen Aufgaben schneller aufgeben würden. Lobt man hingegen den „Weg des Lernens“ ist der Effekt gegenteilig. Hört das Kind etwa „du hast dich ja richtig angestrengt und vieles ausprobiert, um es zu schaffen“, beginnt es, solche Herausforderungen zu lieben. Übertragen auf die Arbeitswelt heißt das: Loben Sie nicht die Ergebnisse der Arbeit, sondern den Weg dahin. So zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden, dass Sie sich für ihre Entwicklung interessieren und sie unterstützen.
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Fazit 

Unsere Denkweisen und Haltungen sind nicht angeboren. Jeder Mensch kann ein Growth Mindset entwickeln. Und gerade in der heutigen Arbeitswelt sind Menschen mit Growth Mindset ausschlaggebend. Da sie den Willen und die Leidenschaft mitbringen, ständig dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln, sind sie als Teammitglieder unverzichtbar. Fördern Sie dies und unterstützen Sie Ihre Kolleg*innen dabei, ihr Mindset zu entwickeln. Sie werden es Ihnen mit Höchstleistungen danken.

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